Thomas Adam Art
 
Keith Richards, Brian Jones, Mick Jagger, Rolling Stones
 
   
Einleitung III

Aber der Blues hat noch eine andere Dimension, eine wildere, mysteriösere und verlockendere Dimension, die ihn mit Voodoo und Geisterrhythmen verbindet. Bo Diddley, der zusammen mit Elmore James und Muddy Waters Platten für Chess aufnahm, stieß auf etwas zutiefst Unwiderstehliches: ein ungestümes Gebräu aus Voodoo- und Blues-Rhythmen, den nach ihm benannten Bo Diddley-Beat. Er war das, was einen afrikanischen, kubanischen oder haitianischen Trommler verbindet, wenn er jene Rhythmen spielt, die die Zuhörer in Trance versetzen. Die Stones wußten nicht, was dieses gewisse Etwas war, zumindest nicht damals. Aber sie wußten, daß Bo Diddley es besaß, und sie lernten seine Rhythmen gründlich. Selbst Muddy Waters' und Buddy Hollys Songs spielten die jungen Stones mit einem dunklen Bo Diddley Unterton. Sie hatten die Power dieser Rhythmen gespürt, und wenn sie sie auf ihren ersten Auftritten freisetzten, hörten sie ihr Publikum stöhnen und schreien. Sie merkten, was sie da besaßen, und spielten auf Teufel komm raus.
 
Der Off-Beat der Stones war lange Zeit der schwungvollste im Rock. Er wirkte zwar auf manche abschreckend, aber andere - etwa die mehr als zwei Millionen zahlenden Besucher, die allein 1981 zur Amerika-Tour der Stones kamen - tanzten vor Begeisterung.
 
In Afrika und in den von Afrika herrührenden Kulturen Amerikas werden die gleichen Rhythmen, die Christen als Voodoo, als Teufelszeug, fürchten, von Priestern und Schamanen benutzt, um Wunden zu heilen, Krankheiten zu kurieren, dem kranken Geist Erleuchtung und Ausgeglichenheit zu bringen und um ganzen Dörfern Frieden und Wohlstand zu bescheren.

[blues, rock]


The Rolling Stones, Greatest Rockn Roll Band On Earth
 
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