In ihrer Ungeduld kommen die Malenden (in die Maltherapie) und wollen
ihre Gefühle malen, ihre Ängste, ihre Wut, ihre Träume,
die sie dann illustrieren. Das Bild wird damit auf eine Illustration des
Krankheits- oder Idealzustandes reduziert. Das Erschaffen des Bildes wird
vom Ich übernommen, es wird von Gedanken und Wünschen kontrolliert.
Das Erschaffen von Bildern hat nichts mit dem Ausdenken von Symbolen zu
tun. Eines der wichtigsten Merkmale der Seelenarbeit ist ja gerade, dass
die Bilder als völlige Überraschung für die Malenden kommen.
Bilder lösen EHR-FURCHT aus. Diese Ehrfurcht ist oft schwierig zu
ertragen, sowohl für die Malenden, die das Bild empfangen, wie für
die Therapeuten, die sein Entstehen begleiten. Dann versucht man das Bild
durch Erklärungen zu distanzieren, um sich sicherer zu fühlen.
Mit "Verstehen" scheint man das Bild in den Griff zu bekommen, und das
verhindert die wirkliche Arbeit mit dem Bild.
Der Sinn des Bildes ist das SINNBILD. Er liegt nicht im Anstreben
von Spitzenerfahrungen, tiefen Einsichten, Erleuchtungen. Die Zeit, in
der Bilder geschaffen werden, ist eine ZEIT DER STILLE.
Man bemüht sich zum Beispiel etwas räumlich darzustellen. Man
ist damit beschäftigt, Farbe aufs Papier aufzutragen, und damit,
wie das am besten geht. Und man kümmert sich darum, ob alles auf
dem Bild ist, was dort sein muss, oder ob das Bild fertig ist. Welch wichtige
Fragen und wie schwierig sie zu beantworten!