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IMAGO - AMIGO

 
 


Ein Bild ist eine Art Freundschaft oder Liebe zwischen dem Medium und dem Muster - ein als Abbild, Abdruck oder "Kuss" sich zu eigen gemachtes Urbild, Vorbild oder Modell. Für eine solche Begriffsbestimmung spricht auch die eher lustige Konvertierbarkeit von IMAGO und AMIGO.

DAS GEISTIGE GESETZ DER POLARITÄT

Wir leben in einer Welt des Ausdrucks oder der Schöpfung. Dieser Ausdruck ist nur möglich über ein Ausdrucksmittel, in einer Welt, in der sich das Ausgedrückte auch wahrnehmen lässt. Die Ausdrucksmittel, die uns zur Verfügung stehen, sind - wie wir später noch ausführlich sehen werden - zunächst der Körper, das Gefühl und der Verstand.
 
Die Welten, in denen diese Arten des Ausdrucks wahrnehmbar sind, sind die Welten der ausgedrückten und vollendeten Schöpfung, die Welten von Materie, Energie, Raum und Zeit. Ausdruck zeigt sich in diesen Welten immer in Gestalt der Dualität, d.h. es gibt immer zwei Pole; deshalb Polarität.
 
Es gibt ohne Dunkel kein Licht, und ohne die Vorstellung des Bösen gäbe es nicht das Gute und umgekehrt. Diese Dualität des Bewusstseins drückt sich überall im Leben aus, z.B. in der Dualität der Geschlechter, in der Polarität des Magnetismus, in der Polarität des Suchens und Findens, und in unserem Fall in der Polarität zwischen innerer und äusserer Wirklichkeit.
 
Eine der Hauptfunktionen des Verstandes ist es, die Situationen und Erfahrungen des Lebens zu bewerten und einzuordnen. Aufgrund der Zweipoligkeit der ausgedrückten Schöpfung kann der Verstand, der als wahrnehmendes Instrument an diese Baumuster des Universums gebunden ist, eine Sache immer nur in Beziehung zu einer anderen erkennen und einordnen.
 
Der Verstand kann niemals eine Sache ohne Bezug - also eine Sache Selbst - betrachten.
 
Dies ist eine für unser spirituelles Wachstum sehr bedeutende Konsequenz der Funktionen des Verstandes: Die Werte verselbständigen sich, und in gleichem Masse tritt eine Identifikation mit diesen Werten auf, die schliesslich dazu führt, dass wir Dinge als selbstverständlich betrachten und nicht mehr in der Lage sind, diese "selbst-verständlichen" Dinge losgelöst in ihrem eigentlichen Seinszustand wahrzunehmen. Unser gesamtes Kritikvermögen läuft dadurch ins Leere, da das, was vielleicht einer kritischen Betrachtung unterzogen werden müsste, gar nicht erst wahrgenommen wird.
 
Die für das spirituelle Erkennen so grundlegende Fähigkeit des Verstandes, die inneren Zustände auszudrücken und sie über die Beurteilung wahrzunehmen, wird dadurch gleichzeitig für uns zu dem grössten Hindernis und zu der grössten Herausforderung auf unserem Weg zum Selbst. Der Verstand selbst zeigt damit eine duale Eigenschaft: Er ist doppeldeutig in dem Sinne, dass er unserem Bewusstsein nutzt und es gleichzeitig auch behindert. Die Kunst des Selbst liegt in der Balance dieser beiden Aspekte. Die Kunst des Selbst liegt in der Balance sämtlicher ausgedrückter Aspekte des Seins.
 
Diese duale Eigenschaft des Verstandes entscheidet auch massgeblich über unser eigenes Selbstbild.

 
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