| |

"Viele von den englischen Punk-Platten
klingen wie unsere ersten Aufnahmen..."
|
|
KEITH RICHARDS
Der Rhythmische
Doch Keith Richards prägte nicht nur das »Bad
Boys«-Image, sondern auch den Sound der Rolling Stones maßgeblich
mit. Was sein Rhythmusspiel angeht, so war es weniger die Präzision,
die nach seiner Meinung nur durch das solide Fundament von Charlie
Watts und Bill Wyman zustande kam, als vielmehr das Charisma,
das es einzigartig machte. Interessanterweise hing seine Qualität
als Leadgitarrist damit zusammen, mit welchen Gitarristen er bei den
Rolling Stones zusammenspielte. Wenn er mit Brian Jones spielte,
war er der klassische, rhythmusbetonte Rock'n'Roll Gitarrist, dessen
Soli viele klassische Chuck Berry Elemente enthielten. Erst zusammen
mit Mick Taylor »mauserte« er sich zu einem Leadgitarristen
im eigentlichen Sinne.
In den fünf Jahren mit Mick Taylor integrierte er so viele Elemente
von Taylors Spiel in sein eigenes, daß er, wie z.B. auf Short
And Curlies (von It's Only Rock'n'Roll), in seinem
Solospiel kaum noch von Mick Tayior zu unterscheiden war. Als Mick
Taylor 1974 die Rolling Stones verließ und Ron Wood seinen
Platz einnahm, »verkümmerten« Richards' Qualitäten als melodiebezogener
Leadgitarrist regelrecht.
Doch wer ein so begeisterter Rhythmusgitarrist wie Keith Richards
ist, der zudem zusammen mit Mick Jagger zu einem der begabtesten
Komponisten-Teams der Rockgeschichte gehört, den darf man nicht
an den Qualitätsmaßstäben von Leadgitarristen messen.
Immerhin hat er sich mit zwei Gitarrensoli unsterblich gemacht: Zum
einen mit dem bis auf die kleinste Nuance perfekten Solo auf der Studioversion
von Sympathy For The Devil (auf Beggars Banquet)
und zum anderen mit dem wunderbaren, Mick Taylors Melodiosität
kontrastierenden Solo auf der Liveversion von Sympathy For The Devil
(auf Get Yer Ya-Ya's Out!).
Was kann ein Gitarrist mehr erreichen als diese Könnerschaft!
|
|
|