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die besten Rockgitarristen aller Zeiten! |
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DER ALLESKÖNNER
Die Yardbirds mit 2 Leadgitarristen
Leider wurde diese LP die letzte Platte der Yardbirds
mit Jeff Beck. Dennoch erschien später, als es die Yardbirds
schon längst nicht mehr gab, noch eine ganze Menge Material,
das die Yardbirds etwa zur Zeit der Aufnahmen für ihr Album Yardbirds
(Roger The Engmeer) eingespielt hatten, auf unterschiedlichsten Samplern.
Dazu gehörten Titel wie What Do You Want (ein Outtake
mit interessanten Slidepassagen), Jeff's Blues, Someone
To Love Part l und 2, For RSG, (die »warm up«-Nummer)
Like Jimmy Reed Again. Außerdem gibt es mit dem
schönen New York City Blues noch eine weitere Nummer
aus den Chess-Chicago- Sessions. Zudem erschienen die raren Aufnahmen
I'm Not Talking, und das mit kurzen Wah-Wah-Gitarreneinlagen
von Beck versehene My Girl Sloopy (bekannter als Hang
On Sloopy) wieder, die im August 1965 auf der englischen EP 5 Yardbirds
und der amerikanischen LP For Your Love enthalten waren. Sie
wurden auf der lohnenswerten 7- LP-Box Shapes Of Things, die darüber
hinaus teilweise unveröffentlichtes Material der Yardbirds enthält,
wiederveröffentlicht.
Daß die LP Yardbirds (Roger The Engmeer) die letzte LP der Yardbirds
mit Jeff Beck war, bedeutete nicht, daß Jeff Becks Phase als
Mitglied der Yardbirds beendet war. Die nächste, gut fünf
Monate dauernde Phase, die allerdings nur drei Titel hervorbrachte,
wurde zur wildesten und revolutionärsten Zeit der Yardbirds,
da die Band in dieser Zeit über zwei Lead (!)-Gitarristen verfügte.
Einer der Leadgitarristen war natürlich Jeff Beck, und der andere
war Jimmy Page, der, nachdem er genug vom Sessionjob hatte,
die Stelle des Bassisten Paul Samwell-Smith eingenommen hatte.
Wie es dazu kam, daß Page zum zweiten Leadgitarristen wurde,
darüber gibt es viele Geschichten. Der Wahrheit am nächsten
kommt sicher folgende Version. Ende August, also gut zwei Monate nachdem
Page Yardbird-Bassist geworden war, erkrankte Jeff Beck. Page wechselte
daraufhin zur Leadgitarre, nachdem er dem Rhythmusgitarristen Chris
Dreja die wichtigsten Baßgriffe beigebracht hatte, und als
Beck gesund zurückkehrte, war die Zwei-Leadgitarren-Besetzung
der Yardbirds geboren. In dieser Besetzung nahm man die legendäre
Single Happenings Ten Years Time Ago/Psycho Daisies
auf, die aber aufgrund ihrer Progressivität nur den 43. Platz
der englischen Charts erreichte. Die Progressivität von Happenings
Ten Years Time Ago lag dabei in der lärmenden Aggressivität,
mit der die Gitarren von Beck und Page sich im Mittelteil anfauchten
und im Rückkopplungsgedröhne wahre psychedelische Alpträume
verarbeiteten.
Vom 23. September bis zum 9. Oktober 1966 gingen die Yardbirds zusammen
mit den Rolling Stones sowie Ike und Tina Turner auf
eine Englandtournee. Darauf folgte die Mitwirkung an Michelangelo
Antonionis Film »Blow up«. Im fertigen Film sind die Yardbirds
nur in einer Konzertszene zu sehen, die aber darüber Auskunft
gab, wie cholerisch Beck werden konnte, wenn ihn technische Defekte
oder andere Dinge davon abhielten, nicht sein ganzes Herzblut in ein
Solo fließen zu lassen. Jeff Beck gab seine damalige Stimmung
wie folgt wieder:
»Nichts ist frustrierender, als mit dem vielen, was man ausdrücken
will und im Kopf hat, fortfahren zu wollen, aber nicht in der Lage
zu sein, es herauszubringen. Da gibt es nur einen Ausweg - die Gitarre
zu zerschlagen. Aber ich habe nie eine Gitarre zerstört, man
kann eine Fender nicht zerstören, ohne sie nicht mit voller Kraft
herumzuschleudern. Ich gewöhnte mir an, meinen Lautsprecher wütend
mit kleinen Stößen zu traktieren, und wenn er sich in einer
Rauchwolke verhüllte, war ich glücklich.«
Auf dem Soundtrackalbum von »Blow up« war dann etwas später der
Song Stroll On enthalten, den viele nicht ganz zu Unrecht als den ersten
Punk-Song ansahen, da auf ihm das vulkanische Spannungsfeld zwischen
den egozentrischen Gitarrenkünstlern schier zu bersten schien.
Dröhnen, stehende Feedbacktöne, dreckige, verzerrte Akkorde,
sägende Gitarrenläufe - all das kam schließlich zusammen.
So muß ein Liebessong aus der Hölle klingen!
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