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Jeff Beck, Rock Gitarrist

"Rock-das ist für mich Energie."

 

JEFF BECK: DER ALLESKÖNNER

Gitarren-Feedback mit der Fuzz Box

    Während Jeff Becks Feedback-Töne auf vorangegangenen Aufnahmen manchmal noch wie zufällig erzeugt wirkten, wurden sie auf Shapes Of Things, das auf einem Bass-Riff basiert, den sie einem Dave-Brubeck-Album entnommen hatten, zum festen Bestandteil des Songs. Den verzerrten, aggressiven Klang seiner Gitarre erzeugte Beck auf diesem Song mit einer Fuzzbox, die während seiner Zeit mit den Yardbirds sein einziges Effektgerät blieb. Auch auf dem Titel der B-Seite, You 're A Better Man Than I, arbeitete Beck bei seinem Solo mit den »stehenden« Tönen, die ein kontrolliertes Feedback erzeugten.
     
    Während Pete Townshend zu dieser Zeit Feedback zur Unterstützung der brachialen Kraft seiner Powerakkorde benutzte, setzte Beck (wie auch Page) das kontrollierte Feedback zur Steuerung der Tondauer (Sustain) ein. Wie es zum Gebrauch dieser revolutionären Technik, die Jimi Hendrix etwas später zur Vollendung brachte, kam, schilderte Jeff Beck so:

      "Wegen der schlechten Systeme - die Entwicklung der elektrischen Geräte war noch nicht so weit - war es in kleinen Clubs unvermeidlich, sich immer Feedback einzuhandeln. Alle Verstärker waren überfordert und bei voller Lautstärke übersteuert. Sie quietschten immer. Ich trat und stieß, und möglicherweise zerbrachen ein paar Röhren, und so spielte ich zum großen Teil mit einer Verstärkerendstufe. Es quietschte immer noch, und so beschloß ich, es zu benutzen und nicht dagegen anzukämpfen. Als ich dann auf einen größeren Verstärker umstieg und kein Feedback bekam, vermißte ich es. Es war zu clean - einfach scheusslich! Der ideale Weg war, die Schönheit des Feedbacks zu nutzen, aber als kontrolliertes Mittel."

    Und genau das schaffte Beck meisterhaft auf seinem ersten Album mit den Yardbirds, das im September 1966 in England als Yardbirds (Roger The Engineer) und in Amerika in einer geänderten Fassung unter Over, Under, Sideways, Down erschien. Dieses Album, das die Gruppe innerhalb von fünf Tagen eingespielt hatte, enthielt auch die schon im Mai 1966 in die Top Ten gelangte Hitsingle Over, Under, Sideways, Down, deren verzerrte Melodielinie, die Beck förmlich aus seinem Gitarrenhals zu pressen schien, den stärksten Erinnerungswert hatte. Die B-Seite der Single, Jeff's Boogie, war zwar eine haargenaue Kopie von Chuck Berrys Guitar Boogie, wurde aber dennoch als Yardbirds-Komposition ausgegeben.
     
    Während zehn Jahre früher Chuck Berry sein Können auf diesem Titel demonstrierte, war es nun Beck, der diesen Titel als ideales Vehikel für sein stark erweitertes Repertoire an Gitarren-Gimmicks benutzte: unterschiedliche Gitarrenklänge, Flagolett-Töne, leiser Gesang zu Gitarrenläufen. Doch am eindrucksvollsten war sicher sein atemberaubendes feedback-geschwängertes Solo am Ende von What Do You Want. Darüber hinaus gab es noch vieles andere Hörenswerte wie die gequälte, sengend »laute« Gitarre auf Rack My Mind sowie die bravourös eingesetzten, wirklich kontrollierten Feedbacks auf Lost Women und The Nazz Are Blue, auf dem man zum erstenmal Jeff Becks dünne und hohe Stimme hören konnte.


   
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